Tagfahrlicht nachrüsten

Es gibt keine Pflicht zur Nachrüstung von Tagfahrlicht. Trotzdem rüsten viele Autofahrer ihre Fahrzeuge nachträglich mit Tagfahrleuchten aus. Für einige steht sicherlich der Sicherheitsaspekt im Vordergrund. Für andere spielt ganz bestimmt auch die modernere Optik ihres Fahrzeuges eine Rolle. Gute Tagfahrleuchten können die Fahrzeugoptik deutlich aufwerten.

Wer sollte die Nachrüstung von Tagfahrlicht durchführen? Über diese Frage streiten sich die Gelehrten. Der TÜV empfiehlt die Nachrüstung von einer Fachwerkstatt machen zu lassen.
Er weist darauf hin, dass nicht zugelassene Tagfahrleuchten oder geöffnete und unfachmännisch umgebaute Scheinwerfer zum Verlust der Betriebserlaubnis führen können. Außerdem sieht der TÜV die Gefahr von Kurzschlüssen in der Board-Elektrik bei nicht fachgerechten Einbau des Tagfahrlichtes. 

Hella, der bekannte Hersteller von Tagfahrleuchten, sieht das jedoch etwas entspannter. Nach Hella können versierte Laien die Tagfahrlicht-Sets ohne Probleme selbst einbauen. Dieser Meinung bin ich übrigens auch. Es ist wirklich nicht so kompliziert wie man vielleicht am Anfang denkt.

Du hast verschiedene Möglichkeiten zur Nachrüstung deines Autos mit Tagfahrlicht.

Es gibt:

  • fahrzeugspezifische Scheinwerfer-Sets mit integriertem Tagfahrlicht (Plug&Play)
  • fahrzeugspezifische Tagfahrlicht-Einbausätze (Plug&Play)
  • universelle Tagfahrlicht-Einausätze

Je nach Variante müssen unterschiedliche Sachen beachtet werden. Diese werden nachfolgend aufgeführt.
 

Nachrüstung durch Hauptscheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht oder mit modellspezifischen Tagfahrlicht-Sets

Die fahrzeugspezifischen Scheinwerfer und Tagfahrlicht-Sets haben den großen Vorteil, dass sie passgenau für das jeweilige Automodell entwickelt wurden. In der Regel sind diese Einbausätze auch farblich sehr gut auf das Automodell abgestimmt. Insgesamt ergibt das dann ein sehr harmonisches Bild der Fahrzeugfront.

Ein weiterer Vorteil der fahrzeugspezischen Einbausätze ist die einfache und schnelle Montage. Da bei den Scheinwerfern auch die Steckeranschlüsse kompatibel sind, kann man diese Einbauweise als Plug&Play bezeichnen. Also, den Stecker vom alten Scheinwerfer abziehen, den alten Scheinwerfer ausbauen, den neuen Scheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht stattdessen einbauen, Stecker wieder drauf und fertig. Das hört sich das in der Tat sehr einfach an. Ganz so einfach ist es dann beim Umbau der Hauptscheinwerfer dann doch auch wieder nicht. Schließlich müssen die Scheinwerfer ja noch ganz exakt eingestellt werden. Die technische Ausrüstung dafür hat sicherlich nicht jeder in der Garage.

Die separaten fahrzeugspezischen Tagfahrlicht-Sets sind so ausgelegt, dass sie passgenau in bereits dafür vorgesehene Ausschnitte (bzw. die für die Nebelscheinwerfer) hineinpassen. Sie müssen meistens einfach nur "hineingeclipt" und noch elektrisch angeschlossen werden. Den Einbau dieser spezifischen Tagfahrlicht-Sets bekommt jeder Hobbyschrauber hin.

Ein Nachteil der fahrzeugspezifischen Nachrüst-Variante ist sicherlich der höhere Preis im Vergleich zu den universellen Einbausätzen. Ein weiteres Problem ist, dass sie oft nur für die gängigen PKW-Modelle angeboten werden.
 

Nachrüstung mit universellen Tagfahrlicht-Einbausätzen

Diese Sets werden mittlerweile sehr preisgünstig und in einer großen Vielfalt angeboten. Die Qualität dieser Einbausätze variiert jedoch sehr stark. Deshalb gilt auch für Tagfahrleuchten: Billig ist nicht gleichbedeutend mit günstig! Es gibt richtig gut verarbeitete Modelle, aber auch wirklich grottenschlechte (z.B. nicht wasserdicht).

Die Montage der universellen Tagfahrlichter ist im Vergleich zu o.g. Plug&Play-Variante deutlich zeitaufwändiger. Der Aufwand ist auch abhängig vom jeweiligen Fahrzeugmodell. Du musst auch beachten, dass nicht jede Fahrzeugfront für den Einbau von Tagfahrlichtern wirklich geeignet ist. Vor dem Kauf solltest Du dir deshalb die Front deines Autos ganz genau anschauen und überlegen, wo und wie sich die Tagfahrleuchten am einfachsten montieren lassen. Die Bauform und die Maße der Tagfahrleuchten (auch die Einbautiefe nicht vergessen!) spielen dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle. Ganz wichtig ist auch, dass Du die  Vorschriften für den Einbau von Tagfahrleuchten bei einer Nachrüstung einhalten mußt. .

Bei vielen Fahrzeugen sind entweder die Stoßstange oder freie Lüftungsgitter die geeignetesten Montagestellen für nachgerüstete Tagfahrlichter. Bei den Lüftungsgittern mußt Du darauf achten, dass die Tagfahrleuchten die Luftführung für den Ansaugtrakt oder der Bremsenkühlung nicht beeinträchtigen. Bei der Montage an die Stoßstange können Tagfahrleuchten mit einer leicht gekrümmten Bauform von Vorteil sein. Sie passen sich dadurch der Form der Stoßstange an.    

 

Elektrischer Anschluss von Tagfahrleuchten

Die häufigste elektrische Anschlussvariante für Tagfahrlicht sieht folgendermaßen aus:

  • ein Kabel an Fahrzeugmasse (Klemme 31)
  • ein Kabel an Zündungsplus (Klemme 15)
  • ein Kabel an Standlicht (Klemme 58)

Aber Achtung: Es gibt auch Tagfahrleuchten, die einen direkten Anschluß an die Batterie des Fahrzeuges benötigen. Diese Tagfahrleuchten können anhand des Batteriestromes feststellen, ob zum Beispiel der Motor gerade gestartet wird. In jedem Fall solltest Du dir die Einbauanleitung des jeweiligen Tagfahrlichtes vorher ganz genau durchlesen.

Für das "Anzapfen" der Kabel solltest Du nicht unbedingt Quetschverbinder ("Stromdiebe") nehmen. Ist zwar sehr einfach, aber sie beschädigen die Kabelummantelung und schwächen das Kabel mechanisch. Die Haltbarkeit auf Dauer ist bei diesen Kabeln nicht unbedingt gewährleistet.

Eine gute Maßnahme zum Schutz der Board-Elektrik vor etwaigen Kurzschlüssen ist es, wenn Du zusätzliche Sicherungen in der Nähe der Stellen einbaust, wo die Kabel für Fahrzeugmasse (Klemme 31) und Zündungsplus (Klemme 15) "angezapft" wurden. Es ist auch von Vorteil, wenn Du im Kabelstrang zum Tagfahrlicht Steckverbindungen vorsiehst. Dadurch muss beim Abnehmen der Stoßstange das Tagfahrlicht nicht demontiert werden.   

 

Tagfahrlicht-Nachrüstsätze direkt vom Autohersteller?

Tagfahrlicht-Nachrüstsätze direkt von den Autoherstellern gibt es nicht. Das überlassen die Autohersteller der OEM-Industrie. Von einigen Fachwerkstätten wird wohl die Möglichkeit zu einer Umcodierung der Lichtschaltung angeboten. Durch die Umcodierung wird aber nur sichergestellt, dass mit dem Einschalten des Motors auch das Abblendlicht automatisch mit eingeschaltet wird. Diese Lösung hat mit echtem Tagfahrlicht nichts zu tun. Es ist lediglich eine Schaltung für Dauerlicht mit all den  Nachteilen wie z.B. der erhöhte Strom-/Kraftstoffverbrauch und einer kürzeren Lebenszeit der Lampen. 

 

Günstige Anbieter von nachrüstbaren Tagfahrleuchten

Unser Tipp

 

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Zusätzlicher Kraftstoffverbrauch durch Tagfahrlicht-Nachrüstung

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass Tagfahrleuchten lediglich einen äußerst minimalen Mehrverbrauch an Kraftstoff verursachen.

Tagfahrleuchten werden mit unterschiedlichen Beleuchtungsmittlen angeboten. Eine der preisgünstigsten TFL-Ausführungen hat zwei 21 Watt Glühbirnen. Zusammen mit dem Schaltrelais kommt man dann auf die für TFL hohe Stromaufnahme von 50 Watt. Bessere Ausführungen mit speziell entwickelten Tagfahrlicht-Glühlampen nehmen je Leuchte nur etwa 6 Watt auf. Noch günstiger und damit so gut wie unschlagbar sind moderne LED Tagfahrleuchten. Sie kommen teilweise auf einen Stromverbrauch von unter 4 Watt je Leuchte. Bei diesen Leuchten ist ein Kraftstoffmehrverbrauch im Prinzip nicht mehr nachweisbar.

Etwas anders sieht es bei eingeschaltetem Abblendlicht aus. Neben dem Abblendlicht selbst sind dann ja auch das Standlicht, die Rückleuchten, die Kennzeichen- und Armaturenbeleuchtung gleichzeitig mit eingeschaltet. Der Stromverbrauch in dieser Konstellation ist so hoch, dass auf 100 Kilometer ca. 0,15 Liter Sprit mehr verbraucht wird. 
 

 

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